Schwäbisch-alemanischer Brauch zur Fasenacht

Karraberghexen

Bilder vom Hexentanz

Hexenspektakel 2011

Tanzplatz der Hexen

Begonnen hat das Hexenspektakel auf dem Mortainplatz 2007 Seit zwei Jahren ist der Hexentanzplatz der Dr. Georg u. Lu Zimmermann-Platz in der Bahnhofstraße (Stadtmitte). Schon eine Woche vor der Brauchtumsveranstaltung wird der Platz so hergerichtet, daß die Thannhauser und die Besucher der Stadt erkennen können: hier ist Fasenacht! Erkennbares Zeichen dafür sind die "Flecklasfahna" die kreuz und quer über den Platz gespannt sind. "Flecklasfahna" sind bunte Stofffetzen, uni oder gemustert, breit oder schmal,- die auf einer Wäscheleine festgemacht sind. Sie sind auch ein Zeichen der alemanischen Fasenacht, bei der das Brauchtum in Form einer Metapher praktiziert wird. Die "Flecklasfahna" haben ihre Deutung aus dem Mittelalter, als die Frauen die Wäsche auf die Wäscheleinen hängten, die von Haus zu Haus gespannt waren. Dass dabei geratscht und getratscht wurde, dürfte selbstverständlich sein. Nicht immer entsprach das "Geratsche" auch der Wahrheit. Daher kommt der Ausdruck: " es wurde viel schmutzige Wäsche gewaschen". Und das können Hexen ja besonders gut! (siehe Hexengericht)

Aufmarsch

Aufstellung der teilnehmenden Gruppen ist in der Postgasse. Pünktlich um 19.00 Uhr beginnt der Aufmarsch. Allen voran eine Musikgruppe,- Fanfarenzug oder Guggamusik-, dann die Karraberghexa mit dem Hexenbaum, dahinter alle anderen Maskenträger, in dieser Reihenfolge, wird die Bahnhofstraße überquert. Auf dem gegenüberliegenden Tanzplatz, dem Lu-Zimmermann-Platz beginnt nun in geordneter Reihenfolge das Spektakel. Vom Schantes (Bürgermeister) der Stadt, wird der Hexenbaum abgenommen und sogleich mit großen Kraftanstrengungen von den Karraberghexen aufgestellt. Wenn der Hexenbaum, das Zeichen für den Beginn der Fasenacht steht, werden die Karraberghexen und die teilnehmenden Maskenträger mit ihren Zunftrufen lautstark vom Publikum begrüßt. Laut erschallt dann das:

"Karraberg, Karraberg, hex, hex hex !"

Der Zunftmeister der Gilde ruft dann die Hexen zum rituellen Tanz, der in seiner Abfolge die mystische Bedeutung dieser Sagenfigur der "Hex vom Karraberg" nachspielt.

Hexentanz

Es beginnt mit dem Sammeln der Hexen vor dem Feuer und dem Beschwören des Feuers. Danach das Begrüßungsritual der Hexen und ihr Lauf durch die Gezeiten. Jäh unterbrochen wird das fröhliche Spiel durch den Auftritt der Schneekönigin, die mit eisiger Kälte fast das Feuer zum Erlöschen bringt. Diesen Part tanzen die jungen Turnerinnen der TSG.

Ein zweites Mal beschwören die Hexen das Feuer, die nun um die Hilfe der entfachenden Winde bitten.

Sturm des Nordens komm und entfach, Funken fliegen, du hast die Macht!
Boierwind von Osten komm, mach die Lenzenkinder fromm!
Du Sturm aus dem Westen, den die Sonn´ erhitzt, hinter dir folgt immer der Donner und Blitz!
Menschensinn und Südwind, ändern sich gschwind!

Dass der Winter sich nicht so schnell vertreiben lässt, ist klar. Stürmisch tanzen noch einmal die Schneekönigin mit ihrem Schneeflockengefolge. Die Hexen greifen nun zu ihrem stärksten Attribut dem Besen. Mit seiner Hilfe fordern sie den Einsatz der Sonne und wecken mit rythmischem Klopfen die Erdgeister.

Sonne lass die Menschen braten, damit auch Korn und Wein geraten!

Der Besen der Hexen über dem Feuer zeigt das Ende des Tanzes.

Bilder vom Hexentanz

Das Hexengericht

Der Zunftmeister der Gilde schlüpft jedes Jahr in eine andere Figur um mit Hilfe der Hexen den Stadtoberen, den Bürgermeistern der VG, den Spiegel vorzuhalten. Da wird viel "schmutzige Wäsche gewaschen!".
Auch dieses Jahr bekommen der "schwarze Schosch vom Mindeltal" (1. BGM Georg Schwarz) der "Schella-Geri" (BGM Gerhard Glogger, Balzhausen) und der "Ha-Ha-Harti" (BGM Robert Hartinger, Münsterhausen) in Versform das kommunalpolitische Geschehen aus dem Blickwinkel der Hexen vorgehalten. Der Zunftmeister und die Oberhexe wollen dem "Kuttlaschmerz" und dem "Ranzapfeifa" des Schantes-Dreigestirns nachspüren. Abhilfe gibt es dann in Form eines Hexenelexieres, das frisch gebraut den Herren eingeflößt wird. So gestärkt können sie dann getrost den närrischen Tagen der schwäbischen Fasnacht entgegen sehen.
Ein Kräuterbuschen der Karraberghexen versöhnt die gerufenen Geister.

Das Hexenkleid - "Häs" genannt

Das Häs der Hexe ist auf die Sagengestalt der weisen Kräuterfrau vom Karrenberg abgestimmt. Deshalb ist es nicht trist oder furchteinfößend, sondern sehr bunt und farbig, ja selbst die Maske hat fröhliche Züge. Aufgelistet von unten nach oben mit der Bezeichnung im schwäbischen Dialekt: